Kooperation

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) und der Trainerakademie Köln hat der Kölner Golfclub dem "Deutschen Ausbildungs- und Forschungszentrum für den Golfsport" ein Zuhause gegeben. Bachelorstudentinnen und -studenten der DSHS, die sich für den "Trendsport Golf" entscheiden, absolvieren bei uns ihren Praxisteil. Seit dem Wintersemester 2014/15 bietet die Deutsche Sporthochschule Köln in Kooperation mit der Professional Golfers Association (PGA) of Germany zudem erstmals den Masterstudiengang "Research and Instruction in Golf" an. Voraussetzung für das einzige Hochschulstudium, das Golfsport und Sportwissenschaft miteinander verbindet, ist der Nachweis einer intensiven Vorbildung im Bereich Golf, wie ihn auch unsere PGA Professionals haben. Wir sind stolz darauf, dass gleich drei von ihnen zu den Masterstudierenden gehören: Hanna Baum-ProskeJörg Fronczak und Benjamin Schlichting.

Die wissenschaftliche Leitung des Master-Studiengangs liegt bei Univ.-Prof. Dr. Heiko Strüder, Leiter des Instituts für Bewegungs- und Neurowissenschaften und Rektor der Deutschen Sporthochschule Köln

Herr Professor Strüder, wie hat sich das Interesse am Golfsport an der Sporthochschule entwickelt?
Vor allem im Bereich der Profilergänzung, in dem alle Bachelorstudierenden unter zahlreichen sportpraktischen Angeboten auch das Modul „Trendsport Golf“ wählen können, ist die Nachfrage weiterhin sehr hoch. Auf die 24 jedes Jahr zur Verfügung stehenden Plätze haben sich in den letzten zwei Jahren jeweils über 85 Studierende beworben. Der Anteil der Studentinnen in den Golf-Kursen liegt bei etwa 25 Prozent und ist damit nur geringfügig niedriger als der durchschnittliche Frauen-Anteil in den Bachelor-Studiengängen.

Und welche Rolle spielt der Kölner Golfclub dabei?
Für unsere Studierenden bietet der Kölner Golfclub hervorragende Möglichkeiten für einen Einstieg in den Golfsport. Dazu gehören die sehr differenzierten Trainings- und Lehrmöglichkeiten sowie die hervorragenden Messsysteme zur Bewegungsanalyse, die nur ganz selten zu finden sind.

Wie hat sich die Kooperation der Sporthochschule mit der PGA of Germany entwickelt?
Im Bereich der Master-Studiengänge bietet die Deutsche Sporthochschule Köln in Kooperation mit der PGA of Germany seit dem Wintersemester 2014/15 erstmals den Weiterbildungsstudiengang „Research and Instruction in Golf“ an. Dieser Studiengang stellt die höchste Ausbildungsstufe für Golflehrer dar. Die Teilnehmer müssen bereits hervorragend qualifiziert sein, um aufgenommen zu werden.

Welche Qualifikation müssen die Teilnehmer des Golf-Masterstudiengangs mitbringen?
Es wird nur zugelassen, wer entweder bereits ein Studium (Bachelor, Diplom, etc.) an einer Universität absolviert hat und gleichzeitig die A-Trainer-Lizenz des Deutschen Golf Verbandes besitzt oder wer Golf-Professional und Mitglied der PGA of Germany im Graduierungsstatus G1 ist, mindestens eine fünfjährige hauptberufliche Tätigkeit im Golf vorweisen kann, sowie erfolgreich eine Prüfung zur wissenschaftlichen Handlungsfähigkeit absolviert hat. Es ist schon etwas Besonderes, dass gleich drei Golf-Professionals des Kölner Golfclub unter den insgesamt 16 Teilnehmern des Studienganges sind.

Was ist das Besondere an diesem Masterstudiengang?

Wir bilden an der Sporthochschule in einer Wissenschaft aus, nicht in einzelnen Berufen. Kompetenzen im wissenschaftlichen Arbeiten sind aber die Voraussetzung für viele Berufe. Die zukünftigen Anforderungsprofile am Arbeitsmarkt – auch im Golfsport – sind einem permanenten Wandel unterworfen. Daraus ergibt sich, dass das Studium Grundwissen und Grundfähigkeiten vermitteln muss und die Studierenden insbesondere die Fähigkeit erlernen müssen, sich selbstständig neues Wissen anzueignen. Die Vermittlung solcher Fähigkeiten zusammen mit einer soliden Fachkenntnis steht im Zentrum unseres Studienganges.

Die Studierenden müssen also wissenschaftliches Arbeiten lernen. Wie erreichen sie das?

Wissenschaft vermittelt zunächst einmal Konzeptwissen und alles, was daraus folgt: methodische Vorgehensweise, Wissen um die Validität der Ergebnisse usw. Zweitens natürlich auch Wissen über Gegenstände und Sachverhalte der Sportwissenschaft. In den ersten beiden Semestern haben wir primär Grundlagenwissen vermittelt, z. B. in den Bereichen Leistungsphysiologie, Biomechanik, Psychologie, Trainingssteuerung und natürlich Methodenkompetenz/Statistik.

Und was folgt nach der Vermittlung des Grundlagenwissens?
Inzwischen steht die wissenschaftliche Projektarbeit im Vordergrund. Die Teilnehmer untersuchen gemeinsam in einer großen Studie, inwiefern sich psychologische und motorische Faktoren auf die Leistungsfähigkeit von Golfspielern auswirken und inwiefern die Talenteinschätzungen von Trainern damit korrespondieren. Die Studie wird von erfahrenen Wissenschaftlern begleitet. Die Studierenden sollen dabei Kompetenzen erwerben, die ihnen die eigenständige Durchführung ihrer Forschungsprojekte im Rahmen der Masterarbeiten ermöglichen.

Für viele PGA-Professionals sind solche Studieninhalte sicher Neuland.
Das stimmt. Die Teilnehmer des Studienganges sind jedoch hoch motiviert, sich mit diesen Themen wissenschaftlich auseinanderzusetzen. Außerdem bringen sie außergewöhnlich hohe Praxiskompetenz mit und können sich daher golfsportspezifischen Fragestellungen in besonderer Weise nähern.

Prof. Dr. Heiko K. Strüder, Studiengangsleiter/Rektor der Deutschen Sporthochschule Köln
Foto: dshs-presse